katasvacina's posterous

katasvacina's posterous

Kateřina Černá  //  Ich bin eine große Träumerin, ewige Pläneschmiederin, Künstlerin, Freundin, Schwester, Sängerin, Meer- und Kaffee-, Liebhaberin, Schriftstellerin auf der Suche nach der Anwort auf die Frage, wie spät es jetzt wohl in Ulaanbaatar ist.

Jul 26 / 4:14am

Blutvergießen

Ich amputiere dich

einen lebendigen teil von mir

– meinen arm, meinen finger, meine hand –

nehme dich von mir weg

was ist schlimmer –

der schmerz, den du mir bereitest

oder

der schmerz, den es mir bereitet

dich zu entfernen?

einmal sagte jemand

– es ist ein appetit, dem ich mich nicht hingebe –

du bist ein appetit, dem ich mich nicht hingebe

du bereitest mir magenschmerzen

herzschmerzen

kopfschmerzen

tust mir nicht gut

und dann –

wo gebe ich dich bloß hin

dich

den einen teil von mir

der immer schon zu mir dazugehört hat

wo gebe ich dich hin

wo es doch nur einen ort gibt

an den du gehörst –

in die schachtel, in die du versucht hast, mich zu stecken,

in die schachtel, in die ich mich von dir stecken ließ

eingekerkert

– sagst du selbst auch –

von mir

ich dich

du mich

haben wir einander eingekerkert

so

scheint es nur richtig zu sein

dich zu amputieren

dich von mir abzutrennen, um

der schachtel zu entfliehen

zu entfliegen

entfliegst du meinem herzen

ohne blutvergießen.

 

 

 

 

 

Nov 9 / 5:25am

Und dazwischen

sehe ich immer wieder, wie meine Großmutter und mein Großvater auf der Terrasse stehen und sich unterhalten. Sie sind beide gegen das Geländer gelehnt, sie trinken Wein und sehen sich die Sterne an. Sie lachen und furzen. Und wir spähen hinter den Vorhängen, mit den Formel1-Autos darauf, hervor und schauen zu.

Komisch, dass Erwachsene immer noch ein anderes Leben haben. Wenn die Kinder schlafen gehen, stehen die Großeltern auf einmal auf der Terrasse, trinken Wein und furzen. Wieso schlafen sie nicht auch, so wie wir?

Und meine Schwester sagt am nächsten Tag: „Ihr habt gestern gefurzt.“ Und meine Großmutter sagt: „Ja, wir haben gefurzt. Und?“
Nov 9 / 4:37am

Herr und Frau Gott

Herr und Frau Gott unterhalten sich und plötzlich fällt dem Herrn Gott ein, dass er heute noch nichts gegessen hat und sagt: "Fraugott, hab ich einen Hunger!" Sagt Frau Gott: "Dann koch dir was, Herrgott nochmal!"
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Sep 27 / 11:11am

Über Politik


Ich koche Boršč und das Rot aus der Rübe heraus, bis sie die Suppe verfärbt. Apropos Rot: Habe ich schon erwähnt, dass meine Mutter Leninismus-Marxismus immer für den gleichen Humbug hielt, wie die Sache mit dem Ozonloch? Ich verstehe von beiden nichts. Aber meine Großmutter – meine Großmutter war eine Verfechterin des Kommunismus! Sie las Lenin und Marx und wollte den verfaulten kommunistischen Staatsapparat von innen heraus verändern. Sie trat der Partei bei und machte den dortigen Dorftrotteln, die keine Ahnung von Kommunismus hatten, kräftig Dampf unterm Arsch. Das war natürlich ein Problem. Und mein Großvater – mein Großvater war gegen den Kommunismus! Ich weiß gar nicht, wofür er war, ich weiß nur: Er war gegen den Kommunismus!

Meine Mutter hat zeit(meines)lebens den Radio oder den Fernseher ausgemacht, wenn Nachrichten kamen. Alles dummes Gefasel, hat sie gesagt. Apolitisch. Mein Vater hält Politik für Augenauswischerei. Alles Kommunisten in neuem Gewand sagt er – und korrupt! Mein Vater – apolitisch – musikalisch. Ich weiß gar nicht, ob er zur Wahl geht. Wahrscheinlich schon. Ja. Apropos Wahl. Ich war nicht wählen. Ja – ich weiß. Meine staatsbürgerliche Pflicht und so. Ich weiß. Ich wollte ja, aber dann kam etwas dazwischen – echt! Und das letzte Mal habe ich ungültig gewählt. Bist du wahnsinnig?!, sagt Elisabeth und hält mir einen Vortrag darüber, dass es besser sei, das geringere Übel zu wählen, als gar nicht oder ungültig zu wählen. Und ich sage ich weiß. Ich sage, ich weiß eh, ich hätte hingehen sollen. Und sie sagt, jede Stimme für jemand anderen sei eine Stimme gegen die FPÖ und ich sage, ich weiß. Und ich sage, schwarz und rot kämen für mich nicht in Frage. Ich sage, die Grünen seien Schwätzer und die Kommunisten hätten zwar gute Ideen, aber schreien zu laut, sage ich, ich mag ihre Propaganda und die Nähe zu den Sowjets nicht, sage ich. Und sie sagt, sie weiß. Wer verhindert, dass die Mur zubetoniert wird? Wer verhindert Einkaufswahn und Ausbeutung der sogenannten Entwicklungsländer? Wer verhindert Kriege? Wer?

Meiner 16-jährigen Schwester gefällt auf Facebook die Gruppe „Stoppt die Zuwanderung! Für ein deutsches Österreich!“ und ich halte ihr einen Vortrag über MigrantInnen und Migrationspolitik und sage: Hast du deine eigenen Wurzeln vergessen? Wäre deine Mutter nicht nach Österreich ausgewandert, gäbe es dich gar nicht!, sage ich. Und sie sagt, sie weiß eh. Neulich, in der gefällt-mir-Liste meiner Schwester: Kein deutsches Österreich mehr, dafür HC Strache. Mluvím čínsky nebo česky?!, frage ich mich da. Spreche ich Tschechisch oder Chinesisch mit ihr?? Aber vielleicht ist das der Punkt: Ich habe es ihr auf Deutsch gesagt und nicht auf Tschechisch. Vielleicht sollte ich das noch versuchen.

Wäre ich meine Oma, würde ich wahrscheinlich auch in die Politik gehen und versuchen, den hochnäsigen Westen von innen heraus umzukrempeln. Tja.

Die rote Rübe ist bleicher, aber immer noch hart, das Kraut zu Brei zerkocht. Überhaupt ist die Suppe eher ein Brei als eine Suppe. Aber das ist gut, viel Einlage ist gut – das macht satt.

Sep 21 / 10:45am

I'm a sheep in a wolve's skin

I'm a sheep in a wolve's skin.
- Isn't it hard to swim in a wolve's skin?
I say  - No, if you swim
through your words.
Sometimes you can see
the sheep inside me
 it is shimmering through my skin.

 

(download)

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Jul 23 / 12:01am

Admont-Rätsel

Dscn04331

Eines meiner Souvenire, die ich aus Admont mitgebracht habe, ist bereits verblasst - nämlich der Muskelkater von der Wanderung auf's Admonterhaus. Andere sind noch in meiner Kamera gespeichert.
Sowie das folgende. Wo habe ich das Foto wohl gemacht?
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Jul 20 / 4:51am

Hallo-Seavas-Griaß di!

Zurück in Graz. Admont scheint weit weg und die Tatsache, dass ich die letzten zwei Wochen dort verbracht habe, unwirklich. Dennoch hat es Spuren hinterlassen: Mein Blick für Graz hat sich verändert. Ich gehe durch die Stadt und bemerke viele Dinge, die mir bis dahin nicht aufgefallen sind. Ich entdecke den „Nahversorger – Geidorf“, einen kleinen Laden mit Hausgemachtem, Regionalem, Ökologischem, Normalem. Und ich kaufe dort ein verdammtes Vöslauer und halte der Frau an der Kassa einen Vortrag über mein neues Lieblingsgetränk (die GESÄUSE-PERLE!). Nicht ganz uneigennützig, wie der aufmerksame Leser verstehen wird: Ich will die Gesäuse-Perle nach Graz bringen. Tatsächlich notiert sich die Dame den Namen der komischen Limonade und meint, scheinbar interessiert, sie würde sich das im Internet anschauen.

Eine alte, kleine Frau bleibt mitten auf der Straße stehen, lächelt mich an, streicht mit ihrer Hand über meinen Rock und sagt: „Der ist aber schön!“ (Nicht nur in Admont reden unbekannte Leute miteinander auf der Straße. Auch in Graz tun sie es, aber leider ist das eher die Ausnahme.)

Grüßgewohnheiten: Ich begegne einer unbekannten Studentin auf dem Gang und will schon den Mund aufmachen, als ich meinen Wunsch, sie zu grüßen, unterdrücke und stumm an ihr vorbeigehe. Stumm geht auch sie an mir vorbei, sieht mich aber an und vielleicht wollte auch sie, genauso wie ich, sagen: Halloseavasgriaßdiwiegeht’s!!!

Dann fällt mir ein, dass ich an keinem Ort der Welt Menschen begegnet bin, die so viele Begrüßungs- und Verabschiedungsworte auf einmal ausspucken würden wie die Österreicher: „Hallo-Seavas!“, „Pfiati-Baba!“, „Tschüss-Baba!“, „Hallo-Seavas-Griaß di!“, „Seavas-Griaß di!“ usw.

Dann fällt mir der Sepp aus Admont ein, der gesagt hat: „Wos sull i wo-ondas?“

Recht hat er.

Jul 19 / 1:21am

Wahl: Heimat

 

Gespräche mit Tschetscheninnen.

Jazzkonzerte.

Sommergewitter.

Bergtouren und schmerzende Glieder.

Junge Männer aus Salzburg: „Dann bist eh Österreicherin, oder?“

Junge Männer mit langen Bärten: „Hoamat is‘ Hoamat!“

Erkenntnisse: Ich will mich weder für Österreich noch für Tschechien entscheiden – eine Entscheidung fällen bedeutet, eine Schublade wählen, was wiederum bedeutet, einen Ort zu wählen.

Gespräche über Superkräfte: Röntgenaugen, Superhirn, Bücher innerhalb von ein paar Sekunden durchlesen, Heilung durch Hände auflegen, Phantasie Wirklichkeit werden lassen, fliegen.

Staubiger Nabokov. "Keine Zeit!", sage ich zu ihm.

Ein Klarinetten-Ensemble.

Gepackte Sachen.

Ich zu jungen Männern mit langen Bärten: „Meine emotionale Heimat ist Tschechien.“

Erkenntnisse: Heimat hat mehrere Komponenten. Wo bin ich geboren, wo sind meine Wurzeln? Wo sind meine Freunde, meine Familie? Wo fühle ich mich wohl? WO RUFT MEIN HERZ „HEIMAT“?

Wahl: Heimat.

 

 
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Jul 16 / 6:18am

Wenn ich Superkräfte hätte, würde ich...

Der Vormittag bringt Ideen sammeln beim Ennstal-Classic, einem Oldtimerrennen, das hier in Admont einen „Boxenstopp“ macht. Die FahrerInnen bekommen Granderwasser mit auf den Weg und ich mache mir Notizen. Wie immer interessieren mich die Menschen mehr, als das, was sie erschaffen: Die FahrerInnen mehr als ihre Autos. Einzige Ausnahme ist der Škoda Octavia (Baujahr 1958) mit einem tschechischen Fahrer und einer deutschen Fahrerin. Aber davon ein andermal.

Nachdem ich genug von Lärm, Gestank und Notizen habe, beschließe ich, an einem meiner letzten Tage in Admont, ins Stiftsmuseum zu gehen. Ja, ich geb’s zu, ich war noch nicht dort. Aber wie gesagt: Mich interessieren die Menschen selbst mehr, als ihre Errungenschaften und Rosenkränze und Kreuze, die im Museumsshop käuflich erworben werden können und mir Schauer über den Rücken jagen.

Die nette Dame an der Kassa sagt, sie könne mir keinen Studentenpreis geben: „Ich habe meine Karte nicht verlängert, aber ich bin inskribiert!“ –„Da kann ich leider nichts machen.“ Natürlich nicht. Einer der Gründe, warum ich das Schwimmbad lieber mag als das Museum – die Frau an der Badekassa kann immer etwas machen. Ich bin nicht bereit, knappe zehn Euro für etwas zu zahlen, das mich grantig macht, nicht interessiert und mir kalte Schauer über den Rücken jagt. „Danke, das muss ich mir noch überlegen“, sage ich, gehe raus in den Stiftsgarten und setze mich resigniert und trotzig auf eine Bank im Schatten. Gut. Wenigstens die Kirche von innen anschauen, denke ich und tapse vorsichtig hinein. Im Chor der Kirche hängt schwebend ein toter Jesus. Auch sonst wimmelt es in der Kirche von leidenden und toten Jesussen. Mir fällt dazu F. W. ein, der gesagt haben soll: „Also von mir aus können’s den Jesus schon abnehmen vom Kreuz, er hängt eh schon seit 2000 Jahren dort oben.“ Und tatsächlich: Warum will uns die Kirche andauernd an das Leiden und den Tod erinnern? Ich kenne die Antworten, habe sie zigmal in der Schule gehört. Aber meine Fragen verlangen eine echte Antwort, keine, die von Dogma und Machtinteressen geprägt ist. Ich weiß, die Kritik an der katholischen Kirche ist längst abgelutscht, ABER: In Admont wird man unweigerlich mit der Nase auf die Kirche gestoßen (im wahrsten Sinne des Wortes) und obwohl ich mich in den letzten knapp zwei Wochen geweigert habe, den Tatsachen ins Auge zu sehen, tue ich es jetzt. Und ich werde, lieber Admonter, liebe Admonterin leider nicht darüber schreiben, wie schön das Stift ist und welche guten Seiten es hat. Denn das wissen Sie selbst, das muss ich Ihnen nicht sagen.

Das Stift Admont  besitzt Wiesen, Wälder, Skilifte, Felder, eine Holzindustrie, ein E-Werk und das sind nur die Dinge, von denen ich weiß. Das Gymnasium gehört dem Stift und sie sagen, es war noch niemand besonders traurig darüber, die Schule verlassen zu haben (egal, ob vorzeitig oder nach deren Abschluss).

Ist dieser Orden nun ein wirtschaftliches Unternehmen oder ein Ort, an dem Gespräche mit Gott geführt werden und man zur Ruhe kommt? Der geschulte Rhetoriker könnte die Vereinbarkeit dieser beiden Prinzipien gewiss fabelhaft mit Argumenten untermauern. Für mich sind diese beiden Sphären unvereinbar. Genauso, wie der Prophet Jesus und seine ewige Darstellung als Toter, sowie das Wort Gottes mit dem Zölibat (der seinen Ursprung in der Sorge hat, das Vermögen – und somit die Macht - der Kirche könnte an Frau und Kinder übergehen) oder der Bibel. So. Und meiner Ansicht nach, braucht sich die Kirche nicht über unzählige Austritte aus der kirchlichen Gemeinschaft oder über den „Sittenverfall“ und die sogenannte Spaßgesellschaft zu wundern, denn bekanntlich, das zeigt die Geschichte immer wieder in unterschiedlichen Bereichen, geht ein Extrem in ein anderes über. Keuschheit, Demut, Leiden gehen also über in eine übersexualisierte  Gesellschaft (vgl. v.a. die Medien), Selbstüberhöhung – der Mensch als der eigentliche Schöpfer des Lebens und seiner Umwelt, Spaß, Spaß, Spaß – SEX, DRUGS & ROCK’N’ROLL!!!  Das Stift Admont ist schlau, es folgt diesem Trend:  „Jeder Besucher kann das Museum zu einer Disco werden lassen!“ So wirbt es für die Veranstaltung „Play Admont“. Es gibt auch einen Kinderworkshop mit dem Titel „Abenteuer Museum“.

 „Wir haben ein großes Problem mit der Jugend“, hat erst gestern ein Admonter zu mir gesagt. Und tatsächlich besteht eine große Abwanderung der jungen Bevölkerung in die Städte - im Übrigen ein Phänomen, das sich in allen kleinen Gemeinden Österreichs zeigt und zum Großteil ein Effekt unseres wirtschaftlichen Systems ist. Man könnte also sagen, dass das Stift Admont mit seinen Angeboten zumindest dem Trend folgt und versucht, die Jugend anzuziehen. Aber es kocht sein eigenes Süppchen.

Was den „weltlichen Teil“ Admonts angeht, frage ich mich, was er tun könnte, um jungen Menschen Anreize zu bieten, hier zu bleiben, bzw. anderen Leuten, die nicht von hier sind, Anreize, hierher zu kommen. Die Natur ist wunderschön, daran besteht kein Zweifel, aber davon kann man (heutzutage) leider nicht leben.

Die derzeitigen Möglichkeiten für junge Menschen begrenzen sich auf Musikkapelle, Volkstanzgruppe, Musikschule, Fortgehen, auf den Berg gehen. Eine weitere Option ist das Jugendzentrum, allerdings besteht hier das Problem der Rivalität zwischen Hauptschülern und Gymnasiasten, das Jugendzentrum wird von den Hauptschülern besucht. Weiters gibt es die Möglichkeit, einem Sportverein beizutreten.

Diese Dinge sind gut, aber es braucht mehr. Vor allem stellt sich die Frage nach Jobmöglichkeiten. Ich plädiere hier nicht dafür, aus Admont eine Stadt zu machen und alles Drum und Dran, das zu einer solchen gehört, hierher zu bringen. Was ich sagen will ist:

Wenn ich als jungeR AdmonterIn hier etwas verändern könnte – ganz egal was – was würde das sein? (Abgesehen von Einkaufszentren, Kinos, Cafehäusern und dergleichen, von denen hier nicht die Rede ist.)

Wie wäre es mit einer Theatergruppe, die von einer erfahrenen Person angeleitet würde? Einer Schreibwerkstatt, die regelmäßig stattfindet? Einem Ort, der tatsächlich eine Plattform für Ideen und ihre Verwirklichung bildet? Wie wäre es mit einem Festival für junge Kunst und Musik, das regelmäßig in Admont stattfindet und von den jungen Leuten mitgestaltet wird? Und einem Stift, das all diese Ideen mitgestaltet und –finanziert? Nur, um ein paar Optionen zu nennen. Und nicht zuletzt, um den letzten Schuss Weltverbesserungsgedankengut in dieses Gebräu zu mischen: Die jungen Menschen von heute sind die Zukunft von morgen. Will man also etwas an der derzeitigen weltpolitischen und –wirtschaftlichen Situation verändern, die großen Einfluss auf die Zukunft Admonts hat, muss man die Jugend zu mündigen, selbstbestimmten und handlungsfähigen Menschen erziehen. So. Vorhang auf für eine heiße Debatte.

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Jul 15 / 2:26pm

Kaspressknedlsuppe und Sommergewitter

 

 Meine anfängliche Sorge, dass ich durch die Stockhammerische Sommerpause mein Stammlokal verlieren würde, hat sich nicht bestätigt. In mein Leben ist das Gasthaus Kamper mit dem wunderbaren Gastgarten und der genialen Kaspressknedlsuppe getreten. Beide, das Gasthaus Kamper und das Cafe Stockhammer sind Nationalpark Gesäuse Partner, was bedeutet, dass sie regionale Produkte verwenden und die Region mit ihrem Betrieb wirtschaftlich unterstützen. Im Übrigen hat das Gasthaus auch mein neues Lieblingsgetränk, die Gesäuse-Perle, im Repertoire und diese ist ebenfalls Nationalpark Gesäuse Partnerin.

In eben jenem Gasthaus durfte ich also den heutigen Abend verbringen, der mit einem Sommergewitter über Admont hereinbrach. Bei Kaspressknedlsuppe und Nabokov (dessen Ausdrucksweise mich derzeit erheblich beeinflusst) genoss ich das bunte Treiben um mich herum und führte mit einem Gast des Hauses, bei Rotwein, ein interessantes Gespräch über Herkunft, Identität und Admont.

Beim Gehen fragte mich der Wirt: „Und? San’s schlauer worn?“ Ich weiß nicht, ob sich die Frage auf das Gespräch mit dem Gast oder meine Nabokov-Lektüre bezog, jedenfalls antwortete ich wahrheitsgemäß: „Jo, i bin sooo vü schlauer worn!“

Als der Regen aufgehört hat und mein Glas leer war, machte ich noch einen kurzen Spaziergang zu Enns und Essling. Die Essling, bei meiner Ankunft ein unschuldiger, braver Fluss (siehe Fotos beim Eintrag Lieber als Moskau), war jetzt ein dreckiger, reißender Strom, der sich in die Enns stürzte, welche ihn ruhig und vom Gewitter unbeeindruckt in sich aufnahm. Die Wolken hingen weiß, grau, rosa, dichter und weniger dicht in und über den Bergen und ich danke an dieser Stelle Vladimir Nabokov für seinen Einfluss, welcher mich dazu veranlasst, schnörkelig und poetisch zu schreiben.

Gute Nacht.

 

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